Vorlesestudie 2020: Untersuchung erforscht Gründe für mangelndes Vorleseverhalten

Nachricht vom 27.10.2020

Die Stiftung Lesen, die Wochenzeitung DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung haben am Dienstag, 27. Oktober online ihre 14. gemeinsame Studie zur Bedeutung des Vorlesens und Erzählens im Familienalltag vorgestellt: Gut ein Drittel der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder sogar nie vor, dieser Wert bleibt seit Jahren konstant. Die diesjährige Studie untersucht nun erstmalig die Gründe: Warum lesen 32% zu selten oder nie vor? Dazu wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.

Wenig Zeit, wenige Bücher, wenig Spaß, sind zusammengefasst die angegebenen Gründe, für fehlende Vorlesemomente in vertrauter Familienatmosphäre.
Die Hälfte der Eltern gibt demnach an, dass es im Haushalt anderes zu tun gibt und sie zu erschöpft zum Vorlesen sind.
48% der befragten Eltern denken, dass ihren Kindern woanders schon genug vorgelesen wird, vor allem in der Kita. 

Auch mangelt es in vielen Haushalten an Vorlesestoff: 68% der Haushalte geben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher haben und sehen diese Tatsache häufig nicht als Manko. Allerdings fänden es 57% gut, wenn ihre Kinder regelmäßig Bücher geschenkt bekämen. Die Studie zeigt auf, dass Buchgeschenke die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Eltern häufiger vorlesen.

49% der Eltern macht Vorlesen keinen Spaß. Damit gehen sehr kritische Vorstellungen vom Vorlesen einher: Die Eltern glauben, schauspielern und ihre Kinder zum geduldigen Zuhören zwingen zu müssen. 44% der befragten Eltern sagen, dass ihr Kind zu unruhig sei, 31% geben an, dass ihr Kind selbst gar nicht vorgelesen bekommen möchte. 

Fazit und Lösungen: Wie können Eltern motiviert und doch noch zu passionierten Vorleser*Innen werden?

Über die Frage diskutierten im Anschluss an die Studienpräsentation Prof. Dr. Simone C. Ehmig (Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen), Daja Wübbens (Impuls Stiftung Deutschland) und Jürgen Kornmann (Deutsche Bahn AG / Deutsche Bahn Stiftung). Moderiert wurde die Runde von Katrin Hörnlein (Leiterin Ressort Junge Leser, DIE ZEIT). 

Es braucht mehr Aufklärung, Angebote, Auswahl - wichtig sei es, den Vorlesestoff in die Familien zu bringen oder an die Orte, wo sie sich aufhalten. Vorlesen ließe sich auch mit anderen Freizeitaktivitäten wie etwa Basteln gut verbinden, das wollen die Initiatoren zukünftig mehr zeigen. Schon fünf Minuten Vorlesen seien besser als nichts.

„Die Hälfte [der Eltern] hat in ihrer eigenen Kindheit zu Hause keine Vorleseerfahrungen gemacht. Ihnen fehlt das Vertrauen, dass Vorlesen jederzeit und überall ohne Übung möglich ist. Das wollen, das müssen wir ändern, denn es geht darum, dass alle Kinder diesen wichtigen Impuls in ihr Leben mitnehmen können!“, so Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen.

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2020 hat iconkids & youth München im Mai und Juni 528 Eltern von Kindern im Alter von 1-6 Jahren (358 Mütter, 170 Väter) persönlich-mündlich befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gruppe der selten und nie vorlesenden Eltern bundesweit. 

Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesestudie 

Richard Lutz lädt zum Vorlesen ein – egal wie, wann und wo! 

Dem Motto entsprechend geht es auch darum, Grenzen zu überwinden in jeder Hinsicht. Das Wie, Wann und Wo ist beim Vorlesen zweitrangig. Hauptsache die Vorlesenden setzen ein Zeichen und zeigen, dass das auch in Corona-Zeiten machbar ist. In einem Statement zum Bundesweiten Vorlesetag der Initiatoren Stiftung Lesen, DIE ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung hat auch der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bahn AG, Dr. Richard Lutz Tipps fürs Vorlesen in Corona-Zeiten und betont die Wichtigkeit

Impressionen

Vorlesestudie 2020

DB Museum/Uwe Niklas

Vorlesestudie 2020

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DB Museum/Uwe Niklas

Vorlesestudie 2020

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