Hier schlägt das Herz für unser gemeinnütziges Engagement

Deutsche Bahn Stiftung/Pablo Castagnola

Die Deutsche Bahn steht in den kommenden Jahren vor riesigen Herausforderungen. Bleibt da genügend Platz für gemeinnützige Arbeit?

R. Lutz: Aus meiner Sicht ist es unsere Pflicht, als eines der größten Unternehmen in diesem Land auch soziale Verantwortung zu übernehmen und uns für das Gemeinwohl einzusetzen. Seit über 10 Jahren tun wir dies nun mit der Deutsche Bahn Stiftung. Hier schlägt das Herz für unser gemeinnütziges Engagement. Wir tun dies aus Überzeugung und nutzen dabei die große Popularität unseres Unternehmens. Denn täglich reisen Millionen Menschen mit der Bahn. Deshalb sind unsere Bahnhöfe ein wichtiger Wirkungsort der Stiftung. Hier werden gesellschaftliche Herausforderungen frühzeitig sichtbar. Wir unterstützen zum Beispiel die Bahnhofsmissionen in ihrer Arbeit für in Not geratene Menschen, machen aber auch durch wechselnde Ausstellungen auf gesellschaftlich relevante Themen wie psychische Gesundheit aufmerksam. Damit erreichen wir täglich zehntausende Menschen.

 

Frau Rau, als Schirmherrin und Beirätin der Stiftung gestalten Sie die Arbeit maßgeblich mit. Was ist Ihnen dabei wichtig und wo sehen Sie Ihre Schwerpunkte?

C. Rau: Ich kenne die Deutsche Bahn Stiftung nun seit ihrem Bestehen und begleite sie mit viel Leidenschaft. Die Herausforderungen in der heutigen Zeit sind gewaltig: Gerade Menschen, die von sozialer Ausgrenzung und damit einhergehender Armut betroffen oder bedroht sind, benötigen unsere Hilfe. Deshalb war mir von Anfang an klar, dass ich als Schirmherrin unsere Arbeit nicht nur repräsentieren, sondern auch inhaltlich mitgestalten möchte. So haben wir sie an den Schwerpunkten Bildung, Integration und Ehrenamt ausgerichtet und sind damit in Bereichen tätig, die fundamental für eine funktionierende Gesellschaft sind.

Die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Verhältnissen zu verbessern, ihnen Selbstvertrauen zu vermitteln und Möglichkeiten aufzuzeigen, liegt mir besonders am Herzen. In diesem Bereich arbeitet die Stiftung sehr aktiv, denn er ist für die Zukunft unserer Gesellschaft von großer Bedeutung. Es ist unser Ziel, die Stiftungsarbeit unter Berücksichtigung großer gesellschaftlicher Trends beständig weiterzuentwickeln. Bestes Beispiel dafür ist unser Engagement im Bereich der digitalen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen. Auch hier leisten wir einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Denn digitale Medien ermöglichen zwar einen freien
Zugang zu Wissen und Bildung. Doch nur wer damit verantwortungsvoll und kompetent umgeht, wird ihre Möglichkeiten nutzen können.

 

Was macht die Deutsche Bahn Stiftung besonders?

R. Lutz: In einem Wort: Eisenbahnertradition! Eisenbahner:innen haben es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen zu helfen und sich gesellschaftlich zu engagieren. Dies hat Tradition und wir nutzen diese Kraft, um Gutes zu tun. Darauf bin ich sehr stolz. Der Schwerpunkt der Stiftung ist in Deutschland, aber wir helfen auch schnell und unkompliziert mit humanitärer Hilfe bei internationalen Krisen.

C. Rau: Ich stimme Richard Lutz zu, besagte Eisenbahnertradition setzt enorme Energie frei, die mich immer wieder beeindruckt. Besonders ist aber auch, dass die Stiftung ihre Themen nicht als voneinander unabhängig, sondern im Zusammenhang sieht. Wenn wir uns beispielsweise Projekte in den Bereichen Bildung und Integration anschauen, sehen wir immer wieder sinnvolle Ergänzungen. Die Stiftung fördert Projekte, die ganzheitlich ansetzen und zur Persönlichkeitsstärkung von Kindern und Jugendlichen beitragen, wie zum Beispiel Balu und Du. Die Chancen auf schulischen und späteren beruflichen Erfolg werden so verbessert. Auch bei ROCK YOUR LIFE! geht es uns darum, junge Menschen bei einem guten Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Wir sehen die berufliche Integration als ein zentrales Element für gesellschaftliche Teilhabe an.

 

Herr Lutz, das älteste Eisenbahnmuseum der Welt gehört ebenfalls zur Deutsche Bahn Stiftung und ist einzigartig in der Museumswelt. Wie passen gemeinnützige Projekte und die Museumsarbeit zusammen?

R. Lutz: Ich kenne das DB Museum in Nürnberg und seine Außenstellen in Koblenz und Halle (Saale) sehr gut und bin bei meinen Besuchen immer wieder von der Fülle an Exponaten, Ausstellungen und Angeboten beeindruckt. Hier wird Eisenbahngeschichte lebendig – die Begeisterung für die Eisenbahn beginnt tatsächlich hier. So wird dieses Museum mit seinem umfangreichen Bildungsangebot zu einem Ort, an dem unsere Vergangenheit mit unserer Zukunft anschaulich verknüpft wird. Deshalb war es bei der Gründung der Deutsche Bahn Stiftung nur folgerichtig, das Museum mit unter das Dach der Stiftung zu bringen.

 

Besteht die Möglichkeit, sich auch persönlich in die Stiftungsarbeit einzubringen? Wenn ja, wie geht das?

C. Rau: Wir brauchen ehrenamtliches Engagement für eine funktionierende Gesellschaft. Dies gilt heute mehr denn je. Deshalb macht sich die Stiftung auch für das Ehrenamt stark und fördert dieses in unterschiedlicher Weise. Viele Mitarbeiter:innen der DB sind in ihrer Freizeit ehrenamtlich in unterschiedlichen gemeinnützigen Einrichtungen oder Projekten tätig. Wie Kinder lernen, Dinge umzufunktionieren, anstatt sie wegzuwerfen, ist Inhalt eines der vielen ehrenamtlichen Projekte. Ein anderes Beispiel ist Radeln ohne Alter. Hier laden Ehrenamtliche ältere Menschen zu kostenfreien Ausfahrten mit einer Rikscha ein. Wir fördern solche Engagements mit unserem Programm Ehrensache. Seit 2016 wurden so bislang mehr als 1.600 gemeinnützige Projekte gefördert.

Eine sehr einfache Möglichkeit besteht auch darin, sich beim jährlichen Bundesweiten Vorlesetag als Vorleser:innen zu engagieren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, unsere Arbeit mit Geldspenden zu unterstützen. Jede Spende trägt dazu bei, dass wir uns gemeinsam mit unseren Partnern noch umfangreicher für die Obdachlosenhilfe oder für die Verbesserung der Bildungschancen sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher einsetzen können.

 

Schauen wir zusammen in die Zukunft! Welche Projekte stehen in den kommenden Jahren im Vordergrund und wo steht die Stiftung in fünf Jahren?

R. Lutz: Wir haben gemeinsam noch viel vor, denn Stiftungsarbeit ist wichtiger denn je! Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Projektpartnern im Bereich der psychischen Gesundheit oder der Leseförderung zeigt, dass wir sehr nachhaltig arbeiten. Dabei reagiert die Stiftung im Rahmen ihrer Schwerpunkte auch auf aktuelle Entwicklungen, gesellschaftliche Herausforderungen und Krisen. Wir stärken in den kommenden Jahren weiter den Bereich Bildung. Hier werden wir neue, kreative Angebote in der Umweltbildung sehen. Auch die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sehen wir als weiteren Schwerpunkt für unsere Arbeit. Diese stetige Weiterentwicklung, orientiert an den Grundsätzen guter Stiftungsarbeit, unsere Stärken und Möglichkeiten sowie unser Fokus auf die Wirkung von Projekten sorgen für eine zukunftsfähige Ausrichtung. Denn eins ist ganz klar: Die Deutsche Bahn Stiftung ist ein wichtiger Teil in unserer großen Eisenbahnfamilie und ihre Expertise und Hilfe wird gebraucht.

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