Neue Räume für die Off Road Kids

Neue Räume für die Off Road Kids

Die Off Road Kids beziehen in Berlin ein neues Quartier. Künftig sind die Straßensozialarbeiter am S-Bahnhof Bellevue am Berliner Tiergarten zu Hause. Unterstützt durch die DB Station&Service beraten die fünf Streetworker nun unter den historischen Bahnbögen jugendliche Ausreißer und Straßenkinder. Der Umzug von ihrem bisherigen Domizil am Alexanderplatz war notwendig geworden, nachdem ein Unbekannter die Räume verwüstet hatte. Die Deutsche Bahn Stiftung hilft bei der Einrichtung der neuen Räume mit einer Spende über 5.000 Euro. Die Mittel unterstützen die aufsuchende Hilfsarbeit der Straßensozialarbeiter.

Straßenkinder in Deutschland

Bis zu 2500 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren geraten in Deutschland jährlich zumindest zeitweise auf die Straße. Sie sind von Zuhause rausgeflogen, abgehauen oder aus Pflegefamilien oder Jugendhilfeeinrichtungen abgängig. Die Zahl der jungen Volljährigen liegt um mindestens das Zehnfache höher, bestätigt eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Während die meisten Ausreißer nach sehr kurzer Zeit wieder zurückkehren oder gefunden werden, trifft das Schicksal etwa dreihundert Minderjährige pro Jahr hart: Sie werden zu Straßenkindern, die häufig vor Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch geflohen sind und ihr Überleben auf der Straße mit Bettelei, Prostitution oder Kleindiebstahl sichern müssen.

Hinzu kommt eine weitaus höhere Zahl an jungen Volljährigen im Obdachlosenmilieu, die von allen staatlichen Hilfesystemen abgekoppelt sind. Dennoch: Sie träumen von Geborgenheit und wollen nicht dauerhaft auf der Straße leben. Sie sind häufig unauffällige junge Menschen, stammen aus allen Gesellschaftsschichten, finden sich nicht nur bei bunthaarigen Punks und möchten wieder zur Schule gehen oder eine Ausbildung beginnen. Meist haben sie sensible Charakterzüge. Viele kommen aus ländlichen Gebieten und suchen ihr Glück in der Anonymität der Großstädte.

Streetwork in Berlin, Dortmund, Hamburg und Köln

Das Ziel der überregionalen Straßensozialarbeit von Off Road Kids ist, dass aus „Ausreißern“ gar nicht erst Straßenkinder werden. Dies gilt analog auch für junge Volljährige. Daher legen die Off Road Kids-Streetworker stets größten Wert darauf, möglichst zügig mit diesen jungen Menschen nach der bestmöglichen dauerhaft tragfähigen Perspektive zu recherchieren. Dabei ist die Entfernung zum Heimatort des jungen Menschen nicht von primärer Bedeutung, denn Off Road Kids arbeitet deutschlandweit. Die jungen Menschen können also auch über weite Entfernungen – etwa zur Familie, zum zuständigen Jugendamt oder zu einer Therapieeinrichtung – begleitet werden.

Diese überregionale Arbeitsweise unterscheidet die Straßensozialarbeit von Off Road Kids elementar von allen vorhandenen lokalen Hilfesystemen. Da in Deutschland nahezu alle jungen Menschen, die längere Zeit auf der Straße ihr Glück suchen, schon nach kurzer Zeit in großen Ballungszentren auftauchen, ist Off Road Kids in Berlin, Dortmund (mit Ruhrgebiet), Hamburg und Köln mit Streetwork-Stationen präsent. 

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