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Ehrenamt? Ehrensache!

In einer Fahrradwerkstatt tüfteln. Ein Theaterstück auf die Bühne bringen. In Kindergärten über Brandschutz aufklären. Es gibt zahlreiche Beispiele wie sich MitarbeiterInnen der Deutschen Bahn ehrenamtlich engagieren. Dieses Engagement ist ein wesentlicher Pfeiler der Zivilgesellschaft. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung. Mit Ehrensache unterstützt die Deutsche Bahn Stiftung deshalb KollegInnen der DB, die sich in ihrer Freizeit für andere stark machen und in einer gemeinnützigen Organisation mithelfen.

Für die Förderrunde 2017 stehen erneut 80.000 Euro zur Verfügung. Neben Einzelvorhaben werden auch Teamvorhaben gefördert, an denen mindestens drei DB-KollegInnen beteiligt sind. Dafür können bis zu 500 Euro bzw. bei Teams bis zu 1.500 Euro beantragt werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2017.

In der Förderrunde 2016 wurden 164 Projekte aus 34 Konzerngesellschaften bundesweit gefördert. DB-MitarbeiterInnen sind in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv. Nachfolgend einige Beispiele aus dem letzten Jahr. 

Projektbeispiele Ehrensache

Kinder motivieren

München: Der Rollstuhl-Führerschein

Bei DB Engineering & Consulting ist Maximilian Geier (59) als Planer von Bahnübergängen beschäftigt. In seiner Freizeit spielt der Rollstuhlfahrer beim USC München Basketball.
Das Training steht auch Menschen ohne Behinderung offen. Kinder können beim USC den Rollstuhlführerschein erwerben. Sie lernen, worauf es beim Spiel in der Halle ankommt, üben Hindernisfahren – aber auch Alltagssituationen mit dem Rollstuhl. Maximilian Geier trainiert eine Gruppe im Alter von ca. 6 bis 12 Jahren und übernimmt Aufgaben als Sportvorstand des Vereins. „Wir wollen Kinder zum Mitmachen motivieren“, erklärt er. „Sie sind immer sehr stolz, wenn sie endlich ihren Rollstuhlführerschein in Händen halten. Wichtig ist auch der Kontakt zwischen Behinderten und Nichtbehinderten. Denn bei uns trainieren und spielen alle zusammen.“ Von dem Ehrensache-Fördergeld werden unter anderem neue Rollstuhlführerscheine ermöglicht.
 


Gemeinsam gärtnern im Nationengarten

Kronau: Ein kleines Stück Heimat

Kurt Kohl (60) arbeitet als Kundenmanager bei DB Immobilien in Karlsruhe. In seinem Heimatort Kronau unterstützt er den Aufbau des sogenannten Nationengartens: „Wir haben im letzten Jahr von der Gemeinde ein Grundstück bekommen, das wir gemeinsam mit den hier untergebrachten Flüchtlingen bewirtschaften dürfen.“ Kurt Kohl unterstützt das Gartenprojekt gemeinsam mit sieben weiteren Ehrenamtlichen. „Wir versuchen auf diesem Weg Einheimische und Flüchtlinge zusammenzubringen. Es sind so viele Hürden zu nehmen und Vorurteile abzubauen“, erklärt er. „Unser Ziel ist es, in diesem Jahr noch mehr Anwohner und Flüchtlinge aus der Anschlussunterkunft für das Gartenprojekt zu begeistern.“ Von der Förderung durch Ehrensache können Gartengeräte, Erde, Pflanzen und Saatgut angeschafft werden.


Essen und Kleidung für Bedürftige

Dortmund: Gasthaus statt Bank

Sonntagmorgen. Es ist kurz vor 8 Uhr. Vor der Tür warten bereits die ersten Gäste. Kerstin Oldenburg empfängt uns herzlich. Wie an jedem Sonntag ist sie auch heute seit 6 Uhr da, um Tische einzudecken und Servierwagen mit Lebensmitteln zu bestücken. Der Gastraum ist mittlerweile bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Laufe des Vormittags werden hier bis zu 300 Gäste essen. „Zu uns kann jeder kommen, der bedürftig ist“, so die 53-Jährige. Sie hat sich im letzten Jahr bei Ehrensache beworben und erhielt für ihre Einreichung eine Förderung: „Wir haben uns sehr über die Unterstützung gefreut. So konnten wir gut wärmende Bundeswehrschlafsäcke erwerben und im Winter an Bedürftige ausgeben. Obwohl regelmäßig Lebensmittelspenden eingehen, fehlt oft einiges. Dank Ehrensache können wir bei Bedarf nun auch Butter, Käse, Wurst oder Obst dazukaufen.“ Die 19-jährige Annika leitet das Team der Ehrenamtlichen: „Wenn man hört: ‚Das Frühstück hat wieder super geschmeckt‘ oder ‚Vielen Dank, dass es euch gibt’ – natürlich geht es einem dann besser.“


Brandschutzerziehung für Kinder

Frankfurt: Traumberuf Feuerwehrmann

Andreas Schön (41) ist ehrenamtlicher Mini-Feuerwehrwart. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Frankfurt-Hausen betreut er Kinder im Alter von vier bis zehn in der Brandschutzerziehung.
Von Beruf ist er IT-Spezialist und managt bei DB Systel täglich Unmengen an Datenflüssen.
„Was machen wir, wenn wir Alarm hören und Rauch im Raum ist?“, fragt Andreas Schön. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Man geht so schnell wie möglich aus dem Raum raus. Aber man muss krabbeln“, weiß Julian (5). Die Kinder der Mini-Feuerwehr sitzen hoch konzentriert vor einem kleinen Miniaturhaus aus Holz. Die Vorderseite ist mit Plexiglas versehen, so dass man Einblick in jeden Raum hat. Langsam breitet sich Qualm im Wohnzimmer des Modellhäuschens aus: Andreas Schön hat den Rauchgenerator gestartet und führt vor, welchen Weg der Rauch im Haus nimmt. „Das Rauchhaus konnten wir mit der Förderung durch Ehrensache anschaffen“, erklärt er. „Die Kinder haben viel Freude damit. Sie behalten das Gelernte nun besser – dank der anschaulichen Simulation.“ Seit über 30 Jahren ist Andreas Schön bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. „Feuerwehr ist kein Hobby. Feuerwehr ist ein Virus, der einen befällt und er wird immer hartnäckiger“, begründet er seine Leidenschaft für den Brandschutz.


Rund 23 Millionen Frauen und Männer helfen in Deutschland regelmäßig in gemeinnützigen Organisationen mit – im Heimatverein, in der Freiwilligen Feuerwehr, in der Suchtprävention oder im Sport. Ein Ehrenamt kann allerdings auch mühevoll sein, besonders dann, wenn es an finanzieller Unterstützung fehlt. Umso wichtiger ist die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Programme wie Ehrensache.



Die Deutsche Bahn Stiftung will eine Gesellschaft mitgestalten, in der Menschen für sich und andere Verantwortung übernehmen – deshalb engagiert sie sich für Menschen in Notlagen und für jene, die gemeinsam mit uns das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland stärken.

Weitere Informationen und Kontakt: ehrensache@deutschebahnstiftung.de