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Menschen in Not helfen und andere stark machen

Bahnbeschäftigte finden seit über 100 Jahren beim BSW und dem EWH Unterstützung in vielen Lebenssituationen – besonders dann, wenn es einmal nicht so rund läuft. Demgegenüber dient die 2013 vom DB-Konzern gegründete Deutsche Bahn Stiftung in Form einer gemeinnützigen GmbH der Allgemeinheit. Margarete Zavoral, Stiftungen Bahn-Sozialwerk (BSW) und Eisenbahn-Waisenhort (EWH), und Tobias Geiger, Deutsche Bahn Stiftung, im Gespräch über aktuelle und künftige Projekte.

Neues Jahr – neues Glück. Haben Sie eine Wunschliste für 2017?

Zavoral: Unsere Vision ist es, das BSW und den EWH als einen starken Partner fürs Leben jedes Bahnbeschäftigten weiterzuentwickeln und moderner zu gestalten. Wir wollen insbesondere wieder mehr junge Menschen für die Stiftungen begeistern. Für einen Förderbeitrag ab lediglich drei Euro im Monat kann man bei uns Mitglied werden, alle Leistungen in Anspruch nehmen und auch noch Gutes tun. Wir bestehen seit über 100 Jahren, und Tradition ist auch Verpflichtung. Uns ist besonders wichtig, den Bahnbeschäftigten das in uns gesetzte Vertrauen zurückzugeben, für sie und ihre Familien da zu sein und uns an die sich verändernden Lebenswelten anzupassen.

Geiger: Zunächst möchte ich dem BSW zu seiner Arbeit gratulieren. Das Engagement reicht über Generationen, dem bringen wir viel Respekt entgegen. Die Deutsche Bahn Stiftung ist jung, aber auch wir sortieren uns und wollen ab 2017 mit unserer Arbeit stärker im Bahnhofsumfeld wirken – denn Bahnhöfe sind Spiegel der sozialen Probleme unserer Gesellschaft. Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir bereits nach so wenigen Jahren innerhalb und außerhalb der DB so viel Unterstützung finden.

Was machen die Stiftungen im Kern?

Zavoral: Unser Fokus liegt auf der professionellen Sozialberatung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz oder im familiären Umfeld. Außerdem haben wir viele Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und unterstützen beim Thema Pflege. Zudem bieten wir in den BSW-eigenen Ferieneinrichtungen bezahlbaren Urlaub und abwechslungsreiche Programme. Auch finanziell können wir einiges tun und den betroffenen Menschen Hilfe direkt zugutekommen lassen, etwa bei Krankheit, Tod oder Katastrophen – insbesondere bei hilfebedürftigen Kindern haben wir viele Möglichkeiten.

Geiger: Wir leisten keine Einzelfallhilfe. Zusammen mit etablierten Partnern stellen wir vor allem solche Projekte auf die Beine, mit denen wir Menschen vom Rand der Gesellschaft in unsere Mitte zurückholen. Wir engagieren uns dazu in Bildungs- und Integrationsprojekten und unterstützen zum Beispiel die Arbeit der Bahnhofsmissionen und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Zavoral: Deshalb ergänzen wir uns auch so gut: BSW und EWH wirken nach innen für die Bahnbeschäftigten, die Deutsche Bahn Stiftung nach außen im gesellschaftlichen Umfeld.

Die Stiftungen wollen das Ehrenamt in Deutschland stärken. Wie sieht das konkret aus?

Geiger: Wir unterstützen vor allem Initiativen, bei denen sich Menschen für andere stark machen und für mehr Chancengerechtigkeit eintreten. Das Ehrenamt unterstützen wir seit 2016 sogar mit einem eigenen Engagement-Programm für DB-Mitarbeiter: Ehrensache. Kollegen der Deutschen Bahn können bei uns eine Förderung beantragen, wenn sie sich ehrenamtlich im Verein oder für ein konkretes Vorhaben engagieren. Im ersten Durchlauf fördern wir so bundesweit über 160 gemeinnützige Organisationen, in denen sich DB-Kollegen engagieren. Die nächste Runde starten wir im April.

Zavoral: Ohne das Ehrenamt – ich sage das ganz offen – könnten wir vieles nicht umsetzen. Im BSW sind etwa 6.000 Ehrenamtliche tätig: ehemalige Bahnbeschäftigte, die für ein gesellschaftliches und soziales Miteinander auch im Alter sorgen, sowie viele aktive Bahnbeschäftigte, die als Botschafter unsere Leistungen in den Betrieben bekannter machen und direkt Unterstützung organisieren. Ein wichtiges ehrenamtliches Engagement sind auch unsere Selbsthilfegruppen zu Themen wie Depression, Sucht oder Pflege.

Und gibt es da Berührungspunkte?

Geiger: Aber ja! Das BSW ist mit Margarete Zavoral in der Ehrensache-Jury vertreten und entscheidet mit über die Förderzusagen.

Zavoral: Eine tolle Sache! Als Jury-Mitglied habe ich Einblick in das, was die DB-Mitarbeiter mit ihrem Ehrenamt in Deutschland bewegen. Und da kommen auch Themen auf den Tisch, bei denen statt der Deutsche Bahn Stiftung das BSW oder der EWH unterstützen können.

Geiger: Ich erinnere mich an einen DB-Kollegen, der sich in einem Verein für Eltern behinderter Kinder engagiert. Da konnten wir aus rechtlichen Gründen nicht fördern.

Zavoral: Ich habe den Fall dem EWH geschildert, der den Eltern finanziell beistehen konnte, um eine dringende Therapie für das Kind anzuschieben. Es ist wunderbar, dass wir uns an dieser Stelle ergänzen. Von diesem Austausch profitieren alle Seiten.

Geiger: Außerdem gibt es Berührungspunkte beim DB Museum, das seit 2013 unter dem Dach der Deutsche Bahn Stiftung arbeitet. Das macht unsere Stiftung bundesweit einmalig – mit dem ältesten Eisenbahnmuseum der Welt stehen wir zur Bedeutung der Eisenbahn als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung...

Das ganze Interview lesen - im aktuellen Magazin "Stiftung aktuell".

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