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Ambulanz der Berliner Stadtmission

Obdachlosigkeit birgt ein hohes Gesundheitsrisiko. Durch schlechte Ernährung, mangelnde Hygiene und widrige Witterungsbedingungen ist die Lebenserwartung von Obdachlosen um bis zu 30 Jahre geringer als bei Menschen mit festem Wohnsitz. Viele sind suchtkrank oder haben keine Krankenversicherung, gehen nicht zum Arzt, selbst wenn sie ernsthaft krank sind - aus Angst, stigmatisiert oder abgewiesen zu werden.

Bei der Berliner Stadtmission gibt es für diese Menschen jetzt eine „Ambulanz“. Nur wenige Fußminuten vom Berliner Hauptbahnhof entfernt finden kranke obdachlose Menschen dort medizinische Betreuung. Mit Hilfe der Deutsche Bahn Stiftung kann das Team der „Ambulanz der Berliner Stadtmission“ um die Ärztin Dr. Jutta Herbst-Oehme ganzjährig Sprechzeiten anbieten und kontinuierlich mit medizinischem Personal arbeiten.

Ärztliche Versorgung für Obdachlose

Die Räumlichkeiten im Stadtmissions-Zentrum, die im Dezember 2013 eingeweiht wurden, umfassen einen Behandlungsraum, ein Arzt- und Wartezimmer sowie ein Pflegebad. Dank der finanziellen Unterstützung der Deutsche Bahn Stiftung ist die Ambulanz zurzeit zwei Tage in der Woche ganzjährig geöffnet. Für Verbände, Blutdruckmessung und Gewichtskontrolle steht kontinuierlich eine Krankenschwester als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

 „Mit der neuen Ambulanz ist ein lang gehegter Wunsch für mich in Erfüllung gegangen“, freute sich die ehrenamtliche Leiterin der Ambulanz, Dr. Jutta Herbst-Oehme, bei der offiziellen Eröffnung. „Die Hilfe für obdachlose Menschen in Not hat bei der DB eine lange Tradition“, ergänzte Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der DB AG und zugleich Vorsitzender des Beirats der Deutsche Bahn Stiftung. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt mit der Ambulanz eine bessere Möglichkeit gibt, den bedürftigen Menschen eine ärztliche Versorgung anzubieten.“ Seit der Eröffnung konnte die Ambulanz schon vielen helfen, die im Krankheitsfall keinerlei Anspruch auf medizinische Versorgung haben.

Hauptamtliche und ehrenamtliche Helfer

Die ärztliche Leiterin Jutta Herbst-Oehme arbeitet bereits seit acht Jahren ehrenamtlich in der Kältehilfe mit. Zur Seite stehen ihr weitere ehrenamtliche Helfer sowie die fest angestellte Krankenschwester Svetlana Krasovski. Sie spricht auch Russisch und kann daher im ärztlichen Gespräch bei Kommunikationsschwierigkeiten mit osteuropäischen Patienten vermitteln. Da viele Obdachlose unter unbehandelten psychischen Problemen leiden, verstärkt ein Psychologe das Team. Er begleitet auch den Kältebus, der einmal wöchentlich ambulante Hilfe auf der Straße leistet.